Friedrich Geselschap

Friedrich Geselschap

Friedrich Geselschap stammte aus einer alten Weseler Kaufmannsfamilie. Geboren wurde er am 3. Mai 1835. In Folge des frühen Todes seiner Eltern lebte er ab 1850 bei Verwandten in Schlesien, verlor jedoch nie den Kontakt zu seiner Heimatstadt.
Nach Beendigung seiner schulischen Ausbildung trat er in die Fußstapfen seines 21 Jahre älteren Bruders, des Genre- und Historienmalers Eduard Geselschap und studierte Malerei in Dresden, Düsseldorf, Berlin und diversen Städten Italiens. 1871 ließ er sich in Berlin nieder und gehörte schon bald zu den bekanntesten Historienmalern des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Diese Kunstform trug zu damaliger Zeit erheblich zur Gewinnung einer nationalen Identität im Deutschen Reich bei. Eine solche bildete sich nach den Befreiungskriegen 1813 - 1815 erst langsam im Zuge der Romantik heraus, zuvor fehlte ein Nationalbewußtsein fast vollständig. Nur die gemeinsame Sprache bildete eine Klammer. Die Romantiker versuchten nun, sich das, was national sei, bewußt zu machen und zu entwickeln. Sie griffen dabei auf das Mittelalter zurück, in dem sie die deutsche Einheit erreicht und deutsche Kultur in Blüte sahen. Man schuf Denkmäler für Dürer und Gutenberg, restaurierte Bauwerke und nahm schließlich auch den Ausbau des Kölner Doms in Angriff. Märchen- und Volksliedersammlungen entstanden.

Gemälde "Rügen" des Malers Friedrich Geselschap

Auch zeitgenössische Maler leisteten zu diesen Bemühungen mit ihren Historienbildern einen Beitrag, indem sie das ins Bild setzten, was Ausdruck der politisch-historischen Kultur ihrer Zeit war. Ein Historienbild bedeutete Erinnerung an ein Stück gemeinsamer, vergangener Kultur und bot Identifikation mit nationaler Größe, mit Helden. Bevorzugten die Maler um 1800 noch antike Stoffe, so setzten sie seit den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts historische Themen und literarische Begebenheiten der nationalen Geschichte ins Bild, sei es als monumentale Freskomalerei, sei es als Ausmalung von Residenzen, Schlössern, Burgen, Rathäusern, Sälen, Privathäusern, Kirchen und Museen. Auch in den Kunstakademien, vor allem in Berlin, Düsseldorf und München, institutionalisierten sich Nationalgefühl und Nationalbewußtsein.

Friedrich Geselschap wurde mit prestigeträchtigen öffentlichen Aufträgen bedacht. Die Ausmalung der Ruhmeshalle im Berliner Zeughaus, Mosaiken in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und ein Gemälde für das Beethoven-Haus in Bonn gehören zu seinen bekanntesten Arbeiten. Dem Willibrordi-Dom in Wesel schenkte er ein Glasfenster mit Darstellungen der Bergpredigt, welches im Zweiten Weltkrieg leider zerstört wurde.

Friedrich Geselschap starb während einer Italienreise am 31. Mai 1898 in Rom.