Ida Noddack-Tacke

Ida Noddack-Tacke

Ida Noddack-Tacke kam als Tochter des Lackfabrikanten Adalbert Tacke am 25. Februar 1896 auf Haus Wohlgemut in Lackhausen, heute zu Wesel zugehörig, zur Welt. Als eine der ersten Frauen in Deutschland studierte sie Chemie und promovierte 1921 an der Technischen Hochschule Berlin. Gemeinsam mit Walter Noddack ( 1893 - 1960 ), den sie 1926 heiratete, begann sie 1922 an der Physikalischen Reichsanstalt Berlin die systematische Suche nach den beiden letzten, im periodischen System der Elemente noch unbekannten chemischen Elementen mit den Ordnungszahlen 43 und 75.

1925 gelang ihnen die Entdeckung der gesuchten Elemente, die sie Rhenium und - nach der Heimat Walter Noddacks - Masurium nannten. Das Element Masurium konnten die Noddacks allerdings nicht röntgenspektroskopisch nachweisen. Heute weiß man, daß es radioaktiv ist und sehr schnell zerfällt, in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts war jedoch noch nicht bekannt, dass chemische Elemente instabil sein und verfallen können. So blieb Masurium bis 1945 umstritten und wurde dann durch das künstliche Element Technetium ersetzt.
Die Entdeckung und Herstellung einer kleinen Menge des Metalls Rhenium wurde dem Forscherpaar schließlich zuerkannt, das Masurium nicht.

Das Ehepaar Noddack im Labor

Die wissenschaftlichen Leistungen der Noddacks blieben allerdings nicht auf diese Elemententdeckungen begrenzt, sondern umfaßten auch bahnbrechende Ergebnisse in der Photo- und Geochemie. Beispiele hierfür sind der Kohlenstoffkreislauf, die Sehfarbstoffe des menschlichen Auges, Nierensteine und deren Auflösung sowie die 1938 formulierte "Allgegenwartstheorie". Durch ihre Untersuchungen von Meteoriten zählt Ida Noddack auch zu den Initiatorinnen der Kosmochemie.

1934 wirbelte Ida Noddack-Tackes in der "Zeitschrift für angewandte Chemie" geäußerte Vermutung, Urankerne könnten bei Neutronenbeschuss in größere Bruchstücke zerfallen, viel Staub auf. Die damalige Fachwelt nahm diese These allerdings nicht ernst. 1938 gelang dem Forscherteam Otto Hahn, Fritz Straßmann und Lise Meitner schließlich die erste Kernspaltung, doch erst kurz vor seinem Tode im Jahr 1966 würdigte Otto Hahn Ida Noddacks frühe Erkenntnis mit den Worten: "Und die Ida hatte doch Recht."

Das Ehepaar Noddack wurde zwischen 1932 und 1937 zehnmal für den Nobelpreis vorgeschlagen, verliehen wurde er ihnen nicht. Dabei haben wohl auch die politischen Unwägbarkeiten in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg eine Rolle gespielt.

Idda Noddack starb am 24. September 1978 in Bad Neuenahr.

Gedenktafel für Ida Noddack-Tacke in  Wesel

Das Stadtarchiv Wesel besitzt eine umfangreiche Sammlung zu Ida und Walter Noddack, deren Grundstock eine von Dr. Hans Georg Tilgner zusammengetragene Sammlung bildet. Herr Dr. Tilgner hat diese im Herbst 2005 dem Stadtarchiv übergeben und das schon vorhandene Archivgut, vornehmlich persönliche bzw. familiengeschichtliche Dinge, erheblich ergänzt. Es handelt sich hierbei vor allem um das wissenschaftliche Werk des Forscherehepaares, Auseinandersetzungen mit diesem Werk, Würdigungen, Tonaufzeichnungen u.v.m.

Zum 110. Geburtstag der Forscherin wurde am 25. Februar 2006 an ihrem Elternhaus in Lackhausen eine vom Verkehrsverein erstellte Bronzetafel enthüllt. Im Ortsteil Obrighoven-Lackhausen trägt eine Straße den Namen Ida Noddacks, hier befindet sich auch eine Büste der Chemikerin.

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