Klimaschutzpreis 2017

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger zusammen mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, Rainer Hegmann, Leiter der innogy Hauptregion Rhein-Ruhr in Wesel, Dipl.-Ing. Daniela Lohmeyer, Norbert Borgmann, Obermeister der Innung „Sanitär, Heizung, Klima Kreis Wesel“ sowie Ingrid Bozsoki, Klimaschutzmanagerin der Stadt Wesel

Der Klimaschutzpreis wurde 2017 zum siebten Mal in Wesel ausgelobt. Gestiftet wurde der Preis von der innogy SE, einer Tochtergesellschaft des Energieversorgers RWE. Der Preis soll das positive Engagement für den Umwelt- und Klimaschutz in Wesel würdigen und zur Nachahmung anregen. Er ist mit 5.000 Euro dotiert. Insgesamt wurden drei Preise vergeben:

  1. Preis 2.500 €
  2. Preis 1.500 €
  3. Preis 1.000 €

Der Wettbewerb prämiert besondere Projekte und Initiativen im Natur- und Umweltschutz sowie Vorhaben zur Energieeinsparung:

  • Maßnahmen zur Verminderung vorhandener Umweltbeeinträchtigungen, wie z.B. Lärmschutz und Maßnahmen zur CO2-Reduktion, Gewässer-Renaturierung, Erhalt natürlicher Le-bensräume, Initiativen zur Abfallbeseitigung oder Abfallvermeidung.
  • Maßnahmen zur spürbaren Umweltverbesserung, wie z.B. Schaffung umweltorientierter Wohn- und Arbeitsbereiche, die Erhaltung oder Neuanlage von Grün- oder Erholungszonen.
  • Maßnahmen zur wirkungsvollen Energieeinsparung, wie z.B. Einsatz neuer Technologien in der Wärmeerzeugung, Energiespartechnologien in der Beleuchtung (LED), Wärmedämmmaßnahmen an Gebäuden.
  • Maßnahmen zur Umweltbildung in Kindergärten, Schulen oder anderen bildungsrelevanten Einrichtungen.

Preisträger 2017

Dritter Preis - Vorstadtimkerei

Familie Parth hält zusammen mit den Nachbarsfamilien Biesel und Tabke Bienenstöcke im eigenen Vorgarten. So sind sie gut sichtbar für Nachbarn und Spaziergänger. Denn für die Vorstadtimkerei steht im Vordergrund, Wissen rund um die Biene zu vermitteln.
Schulklassen und Kindergartenkinder werden über die Lebensweise von Bienen, ihre Bedeutung für das Ökosystem und die Gewinnung und Verarbeitung von Honig informiert. Veranschaulicht werden diese Themen im eigenen Garten direkt am Bienenstock oder anhand mitgebrachter Waben in den Klassenzimmern. Bei der Ernte von Honig und der Weiterverarbeitung dürfen die Kinder mitanpacken. Dabei wird Honig nur im Falle von Überschuss geerntet und für den Eigenbedarf und für Verköstigungen verwendet.
In einem nächsten Schritt ist die Schaffung von neuem Lebensraum für Stockbienen und andere Bestäuber und Insekten mit der Renaturierung eines verwilderten Grundstücks geplant.

Würdigung der Jury

Die Vorstadtimkerei leistet wichtige Bildungsarbeit bei Erwachsenen und Kindern ver-schiedenen Alters. Auf diese Weise macht die Initiative auf die Bedeutung von Bienen für die Bestäubung von Obst- und Gemüsesorten und die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen aufmerksam.
Mit anschaulichem Informationsangebot werden Kinder und ihre Familien sowie die Nachbarschaft sensibilisiert, selber einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, z.B. durch eine bienen- und insektenfreundliche Gestaltung der eigenen Gärten.

Zweiter Preis - Wandelgarten Hummelweg

Auf einer ehemaligen Spielplatzfläche von ca. 600qm wurde von Weseler Bürgerinnen und Bürgern ein öffentlich zugänglicher Bürgergarten angelegt. Der Wandelgarten Hummelweg ist das erste urbane Gartenprojekt dieser Art in Wesel. Unter dem Motto „voneinander lernen" bauen inzwischen ca. 20 Aktive gemeinschaftlich Gemüse, Kräuter und Nutzblumen an. Die Ernte wird zum Teil gemeinsam verköstigt. Mithilfe drei großer Komposter wird aus Grünschnitt aus der Nachbarschaft Substrat für den Gemüsegarten gewonnen. Durch den Anbau von alten, samenfesten Gemüsesorten können zudem eigenständig Samen für die nächste Gartensaison gezogen werden. Für 2018 ist die Installation einer Brunnenanlage für die Bewässerung der wachsenden Beete geplant. Außerdem soll über Flyer, Ess-Events im Garten, Saatguttauschbörsen und andere Feste der Wandelgarten im Stadtteil und dem restlichen Stadtgebiet bekannter gemacht werden.

Würdigung der Jury

Der Wandelgarten Hummelweg ist ein innovatives Projekt, das den Menschen den Wert von Lebensmitteln wieder näherbringt, und aufzeigt, wie die Nahrungsmittelproduktion lokal und nachhaltig funktionieren kann.
Das lokal angebaute Gemüse reduziert Verpackungsmüll und Treibhausgasemissionen, da lange Transportwege für Lebensmittel vermieden werden. Außerdem konnte die ehemalige Spielplatzfläche als öffentliche Grünfläche erhalten und aufgewertet werden. Schließlich ist der Beitrag des Wandelgartens zur Umweltbildung der Jüngsten zu betonen. An Lernbeeten können Kindergartenkinder lokaler Kindergärten den Wert selbsterzeugter Lebensmittel erfahren und den Zusammenhang von Anbau und Bestäubern erlernen. So werden sie für den Erhalt einer intakten Umwelt sensibilisiert

Erster Preis - Unternehmen Dr. MOTZER SCHOLZ-STARKE TOLKAMP CONSTEN

Das Unternehmen hat einen umweltschonenden Unternehmensstandort mit hocheffizienter Wärmedämmung und innovativer Gebäudetechnik errichtet. Heizung und Kühlung des Bürogebäudes erfolgt über Kapillarrohrmatten in der Raumdecke. Die Energieversorgung für Heizung und Kühlung erfolgt mithilfe hocheffizienter Wärmepumpen über Erdwärme. Zu-dem verfügt die Lüftungsanlage über ein System zur Wärmerückgewinnung. Ein Großteil der Abluft wird zur Kühlung der Serverräume genutzt, sodass auf eine zusätzliche aktive Kühlung verzichtet werden kann.

Würdigung der Jury

Die Reduzierung des Primärenergieverbrauchs von vormals 127 kWh/qm auf aktuell 20 kWh/qm zeigt die besondere Anstrengung und konsequente, auf Energieeffizienz ausgerichtete Planung beim Neubau des Unternehmensstandortes. Damit liegt der Energiebedarf deutlich unter den gesetzlichen Vorgaben für den Neubau.
Besonders hervorzuheben ist die Fortführung des Engagements für ein klimafreundliches Bürogebäude. In Planung ist eine Photovoltaikanlage auf dem Gebäudedach, die zum Betrieb des Bürokomplexes genutzt werden soll. Außerdem sollen Ladestationen für Pkws und Fahrräder errichtet werden, die ebenfalls über die Photovoltaikanlage versorgt werden sollen.

Kontakt

Frau Bozsoki
Telefon: 02 81 / 2 03 27 24
E-Mail: stadtteilplanung@wesel.de