Neue Philharmonie Westfalen - Politik

Dirigent: Rasmus Baumann

Solist: August Zirner

 

Musik weckt wie keine andere Kunst ein Gemeinschaftsgefühl und ist daher immer schon für politische Zwecke eingesetzt worden. Musik und Macht, Musik und Protest: Ihre appellative Kraft kann die Regierung unterstützen oder sich ihr entgegenstellen. In seiner „Eroica“, der „Heldischen“, hatte Beethoven Napoleon feiern wollen. Doch der verriet die Ideale der Französischen Revolution und ließ sich zum Kaiser krönen. Wutentbrannt zog Beethoven die ursprüngliche Widmung wieder zurück.

Auch Aaron Coplands „Lincoln Portrait“ ist Zeitgeschichte, geschrieben 1942 kurz nach Kriegseintritt der USA. Copland hielt mit der Erinnerung an den großen US-Präsidenten, der die Sklaverei abschaffte, die Werte von Demokratie und Menschlichkeit hoch. Die eingestreuten Zitate liest der bekannte Schauspieler August Zirner, der als Kind österreichisch-jüdischer Emigranten in den USA geboren wurde. In der gleichen Tonart wie Beethovens „Eroica“ steht die 9. Sinfonie von Schostakowitsch. Und mindestens eine „Eroica“ hatte Stalin von dem führenden russischen Sinfoniker erwartet – schließlich hatte die Rote Armee gerade Hitlerdeutschland besiegt. Doch bei der Uraufführung 1945 servierte Schostakowitsch burleske Possenspiele statt pompöser Feierlichkeit. Dahinter steckte eine mutige Absicht: Schostakowitsch hatte dem Diktator eine Nase gedreht. (Text: Dr. Kerstin Schüssler-Bach)

 

Programm: 

Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 9 Es-Dur op. 70

Aaron Copland: „A Lincoln Portrait“


Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 „Eroica“

 

Bildnachweis: Jürgen Spahn

 

Vorverkauf ab 08.09.2018

 

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