St. Mariä Himmelfahrt Ginderich

St. Maria Himmelfahrt Ginderich

Große Teile der kath. Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt im Weseler Ortsteil Ginderich stammen aus dem Beginn des 14. Jahrhunderts. Doch schon früher, im 11. Jahrhundert n. Chr., wurde in Ginderich eine Kirche erwähnt - bestätigt wurde sie im Jahre 1190 durch den Kölner Erzbischof Anno II. Von der damaligen romanischen Anlage ist heute jedoch nur noch der mächtige Westturm erhalten, Chor und Langhaus wurden im 14. Jahrhundert abgerissen und neu errichtet.

Mit der, für eine kleine Gemeinde sehr großzügig angelegten, Pfarrkirche wollte man einem in Ginderich aufbewahrten wundertätigen Marienbild den angemessenen Rahmen bieten und konnte außerdem die beträchtliche Anzahl von Pilgern, die zur Wallfahrt in das kleine Dorf kamen, aufnehmen.
Im Jahr 1870 wurde die dreischiffige Tuffstein-Kirche von dem im Rheinland durch eine Vielzahl von Bauten bekannten Architekten Heinrich Wiethase erweitert, der eine Sakristei und die Vorhalle an der Südseite sowie das Treppentürmchen neben dem Westturm anfügte.

Sitzmadonna in der Wallfahrtskirche St. Maria Himmelfahrt GinderichSitzmadonna

Das ursprünglich verehrte Marienbild ist nicht mehr vorhanden. Es ist denkbar, daß nach Abschluß des oben erwähnten Umbaus der Gindericher Kirche das zuvor verehrte Bild unmodern erschien und daher durch eine zeitgemäße gotische Madonna ersetzt wurde. Diese Sitzmadonna ist erhalten geblieben und obwohl sie im ausgehenden 19. Jahrhundert überarbeitet und ergänzt wurde, ist sie dennoch dem Kreis Niederrheinischer Sitzmadonnen um 1320 zuzurechnen

Weiterhin beachtenswert ist der nahezu vollständig original erhaltene Taufstein aus der Zeit um 1470/80. Das mit quadratischen Feldern versehen Becken ist abwechselnd mit figürlichen Reliefs und Maßwerkblenden versehen, die verschiedene Ausschnitte aus dem Leben Jesu Christi zeigen.

Darüberhinaus sind in der Gindericher Kirche vier bedeutsame, spätgotische Bildwerke erhalten. Die zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstandenen Eichenholz-Figuren stellen vier männliche Heilige dar: Den Hl. Rochus, einen Hl. Apostel ( möglicherweise der Hl. Jacobus ), sowie zwei nicht eindeutig bestimmbare Hl. Bischöfe, bei denen es sich um den Hl. Augustinus und den Hl. Arno ( oder Willibrord ) handeln könnte.

Die Figuren sind in der Vorhalle der Kirche ausgestellt.

1985 wurde die Gindericher Kirche in die Denkmalliste aufgenommen.

Im Anschluß an eine siebenmonatige Renovierung der Gindericher Kirche im Jahr 2005 nahm Bischof Reinhard Lettmann Ginderich, dem vor 365 Jahren das Prozessionsrecht entzogen worden war, wieder offiziell in den Kreis der Wallfahrtsorte des Bistums auf.

Öffnungszeiten

Wallfahrtszeit ist vom 1. Mai bis 31. Oktober. Die Kirche ist in dieser Zeit samstags und sonntags sowie mittwochs jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Besucher, die außerhalb der Öffnungszeiten kommen möchten, sollten sich für eine Führung unter Tel: 02803/289 im Pfarrbüro anmelden.

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