Stichtag: 03. Januar 1829 - Sein Name ist in aller Munde.

Kohlezeichnung von Otto Pankok

Konrad Duden kam am 3. Januar des Jahres 1829 als Sohn des Ökonomen Johann Konrad Duden und seiner Frau Julia, geb. Monjé, auf Gut Bossigt in Lackhausen (heute ein Stadtteil von Wesel) zur Welt. Seine Vorfahren gehörten zu den alteingesessenen Weseler Familien. Sein Großvater Konrad Duden war von 1783-1792 Stadtsekretär und von 1792-1807 Bürgermeister der Stadt Wesel.
Duden besuchte von 1838–1846 das Gymnasium in Wesel. Danach studierte er bis 1848 in Bonn Philosophie, Klassische Philologie, Germanistik und Geschichte. Während des Studiums nahm der junge Duden an den 1848er Demonstrationen der Burschenschaften teil. Im selben Jahr siedelt er nach Frankfurt / Main über und trat eine Stelle als Hauslehrer an. Aus Konrad Dudens Studienzeit ist überliefert, dass die staatliche Prüfungskommission der Universität Bonn ihm empfahl, seine Kenntnisse in deutscher Grammatik zu verbessern, damit "durch seine ästhetische Auffassung der streng grammatische Gesichtspunkt nicht beeinträchtigt werde."

1854 schließlich machte er in Bonn sein Staatsexamen, begann am Archigymnasium in Soest sein Probejahr als Lehrer und promovierte zugleich in Marburg über die „Antigone" des Sophokles. Sein Probejahr in Soest brach Duden 1854 vorzeitig ab und nahm eine Hauslehrerstelle in Genua an. In Messina machte er die Bekanntschaft von Adeline Jakob, der Tochter des deutschen Konsuls, die er 1861 in Soest heiratete. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor.
1859 kehrte er aus Genua nach Deutschland zurück und wurde Lehrer am Archigymnasium in Soest. Er war Pädagoge aus Leidenschaft. Neben der Vermittlung von Wissen standen für ihn die Erziehung und die sinnvolle Freizeitgestaltung der Schüler im Mittelpunkt und brachten ihm bei Schüler- und Lehrerschaft hohes Ansehen. So verwundert es nicht, dass Konrad Duden 1867 zum Prodirektor befördert wurde.

Haus Bossigt - Konrad Dudens Geburtshaus, heute ein Hotel

Zwei Jahre später ging Duden als Gymnasialdirektor nach Schleiz in Thüringen. Innerhalb kürzester Zeit machte er das Gymnasium "Rutheneum" über die Region hinaus bekannt. Seine Aufmerksamkeit galt dabei nicht nur den Schülern, sondern auch der Erwachsenenbildung. 1871 gründete er den "Allgemeinen Bildungsverein", eine Frühform der Volkshochschule. Diese Einrichtung wurde von den Honoratioren der Stadt Schleiz finanziell unterstützt und ermöglichte so auch sozial schwächer gestellten Bürgern einen Zugang zu allgemeiner Bildung.

Im 19. Jahrhundert gehörte es zu den Pflichtaufgaben eines Lehrers, auch wissenschaftliche Abhandlungen zu veröffentlichen. Duden notierte von Beginn seiner Lehrtätigkeit an akribisch die Auffälligkeiten der Ausdrucks- und Schreibweise seiner Schüler. Eine einheitliche Rechtschreibung gab es damals nicht, jeder Verlag und jede Institution schrieb nach einer eigenen Orthographie. In Schleiz gab es nicht einmal eine einheitliche Schulorthographie, wie sie andernorts durchaus schon üblich war. Diesen Missstand, der gerade die Schüler besonders verunsicherte, ging Duden sogleich an. In den Jahresberichten des Schleizer Gymnasiums aus dem Jahre 1871 veröffentlichte er Rechtschreibregeln mit kurzen Erläuterungen unter dem Titel "Zur deutschen Rechtschreibung". Er folgte dabei dem phonetischen Prinzip "Schreibe, wie Du sprichst". Ein Jahr darauf veröffentlichte er die "Deutsche Rechtschreibung" (sogenannter Schleizer Duden) und weitere sechs Jahre später die "Anleitung zur Rechtschreibung".

1876 übernahm Konrad Duden die im angebotene Leitung des traditionsreichen Gymnasiums in Hersfeld. Vornehmliche Aufgaben waren die Verbesserung der Schuldisziplin und des Leistungsniveaus. Duden hatte diese Stellung bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1905 inne.
1880 gab er sein Hauptwerk, das "Vollständige orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache" heraus. Er selbst ahnte wohl nicht, dass dieses Wörterbuch tatsächlich eine Vereinheitlichung der deutschen Rechtschreibung herbeiführen würde, doch auf einer Orthographischen Konferenz 1901 in Berlin beschlossen Vertreter aller deutschen Bundesstaaten und Österreich-Ungarns eine einheitliche deutsche Rechtschreibung. Grundlage sollte Dudens Wörterbuch sein. Ein Jahr später wurden durch einen Bundesratsbeschluss Dudens "Regeln für die deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis" für alle deutschen Bundesstaaten für verbindlich erklärt. Österreich-Ungarn und die Schweiz schlossen sich an.

Im Sommer 1905 ging Konrad Duden in den Ruhestand und siedelte nach Sonnenberg bei Wiesbaden über, wo er am 1. August 1911 verstarb. Er wurde seinem Wunsch gemäß in Bad Hersfeld beigesetzt. Bis zuletzt beschäftigte er sich mit Problemen der Sprachentwicklung und der Fortschreibung seines Werkes.

Sein Wörterbuch erscheint seit der neunten Auflage aus dem Jahr 1905 unter dem Titel "Duden. Rechtschreibung der deutschen Sprache und Fremdwörter." Bis heute ist es als Nachschlagewerk für Rechtschreibung unerlässlich und wird ständig überarbeitet.

In Wesel erinnert ein großer Findling an der Konrad-Duden-Straße an den Begründer der deutschen Rechtschreibung. Der mit einer Bronzeplatte versehene Stein wurde am 1. August 1961, am 50. Todestag Dudens, gemeinsam von der Stadt Wesel und der damaligen Gemeinde Obrighoven-Lackhausen aufgestellt.

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