Verleihung des innogy Klimaschutzpreises 2019 Wesel

Die Preistragenden freuten sich offenkundig über die Prämierung.  

Der Klimaschutzpreis wurde 2019 zum neunten Mal im Weseler Stadtgebiet ausgelobt.

Der Wettbewerb prämiert besondere Projekte und Initiativen im Natur- und Umweltschutz sowie Vorhaben zur Energieeinsparung:

  • Maßnahmen zur Verminderung vorhandener Umweltbeeinträchtigungen, wie z.B. Lärmschutz und Maßnahmen zur CO2-Reduktion, Gewässer-Renaturierung, Erhalt natürlicher Lebensräume, Initiativen zur Abfallbeseitigung oder Abfallvermeidung.
  • Maßnahmen zur spürbaren Umweltverbesserung, wie z.B. Schaffung umweltorientierter Wohn- und Arbeitsbereiche, die Erhaltung oder Neuanlage von Grün- oder Erholungszonen.
  • Maßnahmen zur wirkungsvollen Energieeinsparung, wie z.B. Einsatz neuer Technologien in der Wärmeerzeugung, Energiespartechnologien in der Beleuchtung (LED), Wärmedämmmaßnahmen an Gebäuden.
  • Maßnahmen zur Umweltbildung in Kindergärten, Schulen oder anderen bildungsrelevanten Einrichtungen.

Jede natürliche und juristische Person ist teilnahmeberechtigt. Der Preis soll das positive Engagement für den Umwelt- und Klimaschutz in der Stadt würdigen und zur Nachahmung anregen. Projekte von Privatpersonen sind jedoch nur dann förderfähig, wenn die Projekte auch der Allgemeinheit zugutekommen bzw. öffentlich zugänglich/nutzbar sind.

Ausschreibung

Der innogy Klimaschutzpreis ist in Wesel mit 5.000 Euro dotiert. Der Preis wurde am 01. Juli 2019 ausgeschrieben. Einsendeschluss war der 30. September 2019. Die Bewerbungen sind an keine besondere Form gebunden. Die Ausschreibung wurde über die örtliche Presse, das Internet sowie Aushänge im Rathaus bekannt gemacht.

Preisvergabe

Dieses Jahr wurden insgesamt drei Preise vergeben:

  1. Preis: 2.500 Euro
  2. Preis: 1.500 Euro
  3. Preis: 1.000 Euro

Preistragende 2019

Erster Preis: Umweltbildung an der Gemeinschaftsgrundschule Feldmark

Der erste Preis ging an die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Feldmark

Die Gemeinschaftsgrundschule Feldmark bietet seit einem Jahr das Projekt „Umweltschutz“ an. Hier steht die Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für umwelt- und klimafreundlicheres Verhalten im Vordergrund. Bisher wurden folgende Themen behandelt:

  • Müllvermeidung und Mülltrennung,
  • sparsamer Umgang mit Wasser,
  • Vermeidung von Luftverschmutzung.

Es werden klassen- und jahrgangsübergreifende Unterrichtseinheiten angeboten, in denen die verschiedenen Themen kreativ bearbeitet werden. So entstand beispielsweise das Modell eines klimafreundlichen Hauses, das die Kinder selber geplant und gebaut haben.

Zwei Schülerinnen sowie ein Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Feldmark präsentierten das Modell eines klimafreundlichen Hauses.

Außerdem unternimmt die verantwortliche Lehrerin verschiedene Exkursionen mit den Kindern, z.B. ein Besuch des Asdonkshofs in Kamp-Lintfort oder der Kläranlage Wesel. Weitere Aktivitäten und Exkursionen sind bereits geplant, so z.B. ein Ausflug zur Müllverbrennungsanlage Oberhausen und die Teilnahme an „Wesel räumt auf“ im nächsten Frühjahr.

Schließlich plant die Projektgruppe die Ausarbeitung eines Umweltvertrages durch die Schülerinnen und Schüler der vierten Jahrgangsstufe für alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer der Schule. Die selbst gesteckten Ziele und Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz an der Schule sollen nach einem Jahr durch die neue vierte Jahrgangsstufe ausgewertet werden. So soll überprüft werden, inwieweit der Umweltvertrag eingehalten wurde und wo nachgebessert werden muss.

Das jahrgangs- und klassenübergreifende Projekt „Umweltschutz“ an der Grundschule Feldmark ist ein beeindruckendes Beispiel, wie Schule Kindern die Welt, in der sie leben, z.B. durch Exkursionen, näherbringen kann, ihren Horizont erweitern kann und sie dadurch für den Umweltschutz sensibilisieren kann. Das Besondere an diesem Projekt: die Idee hierfür fußt auf den Überlegungen einer Schülerin, wie es der Welt wohl ginge, wenn die Welt ohne Menschen wäre. So hat das Projekt die Überlegungen, Gedanken und Beobachtungen der Kinder selbst zu Umweltproblemen und zum Schutz der Umwelt aufgegriffen, vertieft und weiteren Kindern der Schule zugänglich gemacht hat.

Die GGS Feldmark nimmt durch dieses Projekt eine wichtige Funktion als Multiplikator für umweltfreundliches Handeln im Alltag ein und zeigt den Schülerinnen und Schülern, wie sie selber aktiv werden können. Zudem werden neu gewonnenes Wissen, neue Erfahrungen und neue Blickwinkel auch in die Familien der Schülerinnen und Schüler getragen. Durch den geplanten Umweltvertrag wird zudem auf kreative Weise sichergestellt, dass sich die Schule kontinuierlich umweltfreundlich weiterentwickelt und die Schülerinnen und Schüler eine aktive Rolle in diesem Gestaltungsprozess einnehmen.

Zweiter Preis: ADFC Ortsgruppe Wesel

Die ADFC Ortsgruppe Wesel erhielt den zweiten Preis.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), Ortsgruppe Wesel e.V., setzt sich seit Jahrzehnten für die Förderung des Radverkehrs in Wesel und Umgebung ein. Er bietet regelmäßig stattfindende Freizeitradtouren (mehr als 30 pro Jahr) unterschiedlicher Länge an sowie Radtouren für Weseler Neubürger. Zudem organisiert der ADFC Wesel regelmäßig Aktionsstände zum Thema Radverkehr bei unterschiedlichen Veranstaltungen (z.B. bei Stadtfesten, Betriebsfesten, etc.). Seit Oktober 2015 bietet der ADFC Wesel eine Radfahrschule für Erwachsene an.

Die Kurse setzen sich wie folgt zusammen:

  • theoretischer Verkehrsunterricht,
  • praktische Radfahrübungen inkl. Gleichgewichtsübungen auf einem Übungsgelände am Berufskolleg Wesel,
  • angeleitete „Ausfahrt“ im Straßenverkehr.

Die Teilnehmenden des Kurses sind in der Regel junge Menschen ab 25 Jahren, die nie Radfahren gelernt haben. Darunter nehmen auch viele Migrantinnen und Migranten das Angebot des ADFC Wesel wahr. Sie werden über die Radfahrschule in den Integrationskursen an der VHS Wesel informiert. Weitere Zielgruppen sind Seniorinnen und Senioren, die nach Krankheit oder bei Unsicherheit nach langer Radfahrpause wieder Fahrrad fahren wollen.

Die Kurse finden zweimal jährlich, immer freitags bis sonntags, statt. Fahrräder und Helme werden den Teilnehmenden vom ADFC Wesel gestellt. Für dieses Angebot sind laufend Investitionen in neue Helme, zusätzliche Lauflernroller und geeignetere Lernfahrräder (kleine Räder mit niedrigem Einstieg) notwendig. Die zur Verfügung stehenden Fahrräder müssen zudem in Stand gehalten werden.

Das Engagement des ADFC Wesel trägt maßgeblich zur Förderung des Radverkehrs in Wesel bei und leistet einen Beitrag zum hohen Radverkehrsanteil der Stadt. Durch das stetige Werben für den Radverkehr und Anregungen für die weitere Verbesserung des Radverkehrs in Wesel rückt der ADFC Wesel die Interessen und die Perspektive der Radfahrer in Wesel immer wieder in den Vordergrund. Dies ist aus Sicht der Jury ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Nahmobilität in Wesel und damit zum Umwelt- und Klimaschutz in der Stadt.

Durch die Radfahrschule für Erwachsene können Menschen, die das Fahrradfahren nie gelernt haben, dies im Erwachsenenalter nachholen. Aber auch Personen, die aus unterschiedlichen Gründen eine lange Radfahrpause eingelegt haben, können in den Kursen der Radfahrschule wieder an Sicherheit gewinnen. So stärkt das Angebot des ADFC Wesel die individuelle Mobilität der Bürgerinnen und Bürger in der Stadt.

Dritter Preis: Biotop „Freundt“

Frau Freundt wurde mit dem dritten Preis prämiert.

Die 11.000 m² große, ehemalige Ackerfläche im Nordwesten Wesels, hat Frau Freundt als private Initiative seit 1987 erfolgreich in ein Refugium für gefährdete, heimische Tier- und Pflanzenarten umgestaltet. Die Fläche besteht aus

  • über 2.000 blüten- und beerentragenden heimischen Wildsträuchern,
  • ca. 7.500 m² Wildwiese mit über 100 Gräser- und Blütenpflanzenarten
  • ca. 450 m² Trockenbereich mit Natursteinmauern.

Zu den angesiedelten Tierarten zählen u.a. zahlreiche seltene Insektenarten und Reptilien, darunter verschiedene Eidechsenarten und Ringelnattern. Mit Vorträgen und Führungen im Gelände informiert Frau Freundt über die Artenvielfalt im Biotop.

Das Engagement von Frau Freundt reicht inzwischen über mehr als drei Jahrzehnte. Die Beharrlichkeit und Ausdauer, mit der sie sich für ein Naturschutzprojekt einsetzt, verdient großen Respekt. Umso beeindruckender ist dabei, dass Frau Freundt von Grund auf ein neues Biotop mit hochwertigen Lebensräumen für die heimische Wildpflanzen-, Insekten- und Tierwelt geschaffen und über Jahrzehnte erhalten hat.

Die Bürgerinnen und Bürger in Wesel durch Vorträge und Führungen an dieser Entwicklung teilhaben zu lassen, ist nicht zuletzt ein wertvoller Beitrag, um die Menschen für den lokalen Naturschutz zu sensibilisieren und das Wissen um heimische Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

Kontakt

Frau von Eerde
Telefon: 02 81 / 2 03 27 24
E-Mail: stadtteilplanung@wesel.de