Wo Straßen an Freundschaften erinnern

Seit Jahrzehnten pflegt die Stadt Wesel Städtepartnerschaften. Heute noch findet ein reger Austausch zwischen Wesel und seinen Partnern statt. Neben Partnerschaftsvereinigungen erinnern auch Straßennamen in Wesel an die besonderen Verbindungen der Städte. In Wesel gibt es zu jeder Partnerstadt - insgesamt vier - eine danach benannte Straße.

Die Felixstowestraße in Obrighoven würdigt die Beziehung mit der Stadt Felixstowe in England.

Die Felixstowestraße in Obrighoven würdigt die Beziehung mit der Stadt Felixstowe in England. Am Mittwoch, 29. Mai 2019, reist eine Weseler Delegation, u. a. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, anlässlich des 45-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft nach Felixstowe.
1974 wurde die Freundschaft zwischen Wesel und Felixstowe feierlich besiegelt. Auf der Suche nach geeigneten Städtepartnern überzeugte der Weseler Wehrführer, Erich Wolsing, den Bürgermeister von Felixstowe, William Yetton-Ward, von einer Städtepartnerschaft zwischen Wesel und Felixstowe. Von Anfang an wurde viel Wert auf Aktivitäten zwischen der Weseler und Felixstower Bevölkerung gelegt. Die ersten Freundschaften wurden zwischen den Bürgerschützen und dem Karnevalsausschuss geschlossen. Schon bald folgte ein reger Austausch zwischen anderen Vereinen wie Badminton, den Briefmarkensammlern sowie verschiedenen Chören.

Die Partnerschaft mit der amerikanischen Gemeinde Hagerstown im Bundesstaat Maryland ist sogar noch älter. Sie wurde 1952 geschlossen. In den fast sieben Jahrzehnten hat sich diese Partnerschaft über den ursprünglichen Ansatz (Versöhnung und Verständigung) weiterentwickelt. Nicht nur auf der Verwaltungs- und der politischen Ebene, sondern auch in den Schulen und in der Bevölkerung ist eine tiefe Verbundenheit entstanden. 2017 wurde die Partnerschaft für die aktivste deutsch-amerikanische Städtepartnerschaft mit dem Preis der Steuben-Schurz-Gesellschaft ausgezeichnet. Auch der Partnerschaft mit Hagerstown zu Ehren wurde eine Straße in Wesel benannt - die Hagerstownstraße. Sie ist Teil der Bundestraße 8.

Zudem führt Wesel seit 1990 eine Städtepartnerschaft mit Salzwedel. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde die Beziehung zu der Kommune in der Altmark (Sachsen-Anhalt) „offiziell besiegelt". Die Kreisstadt Salzwedel blickt wie Wesel auf eine lange Hanse-Tradition zurück. Beide Städte erhielten in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts Stadtrechte. Im Gegensatz zu Wesel zeugen in Salzwedel heute noch zahlreiche Bauten vom Wohlstand der mittelalterlichen Stadt. Das historische Stadtbild macht Salzwedel für zahlreiche Touristen zu einem beliebten Ausflugsziel. In Wesel liegt die Salzwedeler Straße in der Feldmark.

Ein weiterer Sprung Wesels nach Osten symbolisiert die jüngste Verbindung mit der polnischen Stadt Ketrzyn. Sie wurde unter der Überschrift "Europäische Integration" geschlossen. Ketrzyn ist das ehemalige ostpreußische Rastenburg, für dessen vertriebene Bewohner der Kreis Wesel bereits in den fünfziger Jahren eine Patenschaft übernommen hatte. Ehemalige Bewohner Rastenburgs knüpften gemeinsam mit dem Andreas-Vesalius-Gymnasium erste Kontakte in ihre alte Heimat, die schließlich im Jahr 2002 zu einer offiziellen Partnerschaft führten. In Wesel trägt die Straße der Partnerstadt den ehemaligen deutschen Namen, Rastenburg. Sie wurde bereits Ende der 1950er Jahre im Rahmen der vom Kreis übernommenen Patenschaft der vertriebenen Bewohner in „Rastenburger Straße" benannt. Sie ist ebenfalls in der Feldmark.

Bedeutung von Straßennamen in Wesel

Wer mehr über die Städtepartnerschaften oder die Bedeutung der Straßennamen in Wesel erfahren möchte, findet dazu einige Seiten mit spannenden Hintergründen und Bildern unter www.wesel.de.

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