Zehnte Stolpersteinverlegung am 14. November 2019 in Wesel

Herzliche Einladung an alle Interessierten, ehemalige Spender und solche die es werden wollen!

Startpunkt: Viehtor 7 (Wohntrend)

Beginn: 14 Uhr 

Zum zehnten Mal kommt der Künstler Gunter Demnig nach Wesel und verlegt seine Stolpersteine im Gehweg vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer des Nationalsozialismus.

Insgesamt elf 10x10 cm große Messingsteine mit der Aufschrift „Hier wohnte…“ werden am nächsten Donnerstag an fünf Stellen im Weseler Stadtgebiet verlegt: 

Die ersten Stolpersteine werden am Viehtor 7 für das Ehepaar Albert und Else Metzger und Julia Nathan verlegt. Albert und Else flüchteten nach Palästina. Julia, die Mutter von Else, starb bereits am 28. Juni 1934 hier in Wesel. 

In der Brückstraße 24 werden Steine für Julius Sieger und seiner Ehefrau Gerta und ihren Söhnen Max und Walter verlegt. Gerta führte lange Jahre mit ihrem Ehemann das „Spezialgeschäft Henriette Menken für Blusen, Kostüme und Korsetts“ erst in der Brückstraße 1 und später in der Brückstraße 36 (heute 24). Die Söhne konnten Deutschland rechtzeitig Richtung England und Palästina verlassen. Julius wurde in Treblinka ermordet, Gerta blieb eine Deportation erspart. Sie starb am 1. März 1941 in Mönchengladbach.
links Spezialgeschäft Henriette Menken für Blusen, Kostüme und Korsetts, Geschäftsführerin Gerta Sieger (Brückstraße 1)

Im Bürgersteig vor dem Eingangsbereich des Marien-Hospitals werden zwei Stolpersteine für Bertha und Johanna Rosenheim verlegt. Hier stand vor dem zweiten Weltkrieg ein Haus des Katholischen Wohlfahrtsvereins (ehemalige Feldstraße 32).
Johanna war Berthas Tante. 1866 zog die zweijährige Johanna mit ihren Eltern und Geschwistern von Raesfeld nach Wesel und blieb der Stadt treu. Sie war nicht verheiratet und lebte bis zu ihrem Umzug in die Feldstraße bei ihren Eltern und später bei ihrem ebenfalls unverheirateten Bruder in der Langen Beguinenstraße. Sie arbeitete dort sicherlich in der Metzgerei ihrer Eltern und Bruders mit.
Bertha wurde 1884 in Wesel geboren, obwohl ihre Eltern in Köln wohnten. Immer wieder wohnte sie mal bei ihrer Verwandtschaft in Wesel.
Beide wurden am 25. Juli1942 von Düsseldorf nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet.

Dagegen liegt das Schicksal von Serafine Fischmann, geborene Bongartz noch völlig im Dunkeln. Sie wurde am 10. Mai 1872 in Wesel geboren. Mit 31 Jahren heiratete sie den aus Ungarn stammenden Jerme Fischmann. Ihr Sohn Ernst wurde 1905 geboren und wohnte als junger Mann mit seiner mittlerweile Kriegswitwe gewordenen Mutter zusammen in dem den jüdischen Jünglingsverein gehörendem Haus Feldstraße 41 (heute Pastor-Janßen-Str. 33).

Letzter Verlegeort ist die Esplanade 26. Dort wird mit dem Stolperstein für Heinz Bello erstmals in Wesel ein Stein für ein wegen Wehrkraftzersetzung Hingerichtetem gedacht.

Mehr zu den Familien werden Sie während der Verlegung erfahren, die u.a. wieder von Schüler und Schülerinnen der Gesamtschule am Lauerhaas und des Andreas-Vesalius-Gymnasiums sowie Jugendlichen der Evangelischen Kirchengemeinde begleitet und gestaltet wird.

Über Ihre Teilnahme würden wir uns freuen!

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Ein Stolperstein kostet 120 €, aber auch kleinere Beträge sind herzlich willkommen.

Gerne stehen wir Ihnen für Fragen zur Verfügung

Kontakt

Frau Rulofs-Terfurth
Telefon: 02 81 / 1 64 53 96
E-Mail: archiv@wesel.de
Herr Suhr
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E-Mail: archiv@wesel.de