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Dichtheitsprüfung für private Abwasserleitungen

Zustands- und Funktionsprüfung bei privaten Abwasserleitungen gem. Selbstüberwachungsverordnung Abwasser (SüwVO Abw NRW)

Unter bestimmten Voraussetzungen ist der Grundstückseigentümer verpflichtet, die Grundstücksentwässerungsanlagen auf seinem Grundstück auf Dichtheit zu prüfen.
Diese Voraussetzungen sind in der Selbstüberwachungsverordnung für Abwasseranlagen (SüwVO Abw NRW 2013), die am 09.11.2013 in Kraft getreten ist, geregelt.

Maßgebliches Kriterium für die Durchführung einer  Dichtheitsprüfung bei bestehenden Gebäuden  ist die Lage eines Grundstückes in einem Wasserschutzgebiet.

Prüfpflichtiger

Prüfpflichtiger ist gem. § 8. Abs. 2 und Abs. 6 SüwVO Abw NRW 2013 der Grundstückseigentümer bzw. Erbbauberechtigte.

Prüffristen

In Wasserschutzgebieten ist die Erstprüfung von bestehenden Abwasserleitungen, die vor dem 01.01.1965 (häusliches Abwasser) bzw. vor dem 01.01.1990 (industrielles oder gewerbliches Abwasser) errichtet worden sind, bis zum 31.12.2015 durchzuführen. Alle anderen Abwasserleitungen (d.h. jüngeren Baujahres) sind bis zum 31.12.2020 zu prüfen.

In Wesel sind folgende Weseler Wasserschutzgebiete betroffen:

  • Flüren-Diersfordt-Blumenkamp
  • Obrighoven
  • Gindericher Feld

Außerhalb von Wasserschutzgebieten sind bis zum 31.12.2020 nur solche Abwasserleitungen zu prüfen, die gewerbliches oder industrielles Abwasser führen. 

Für alle privaten bestehenden Abwasserleitungen außerhalb von Wasserschutzgebieten sind die Prüffristen entfallen.

Eine Wiederholungsprüfung wird auf 30 Jahre festgelegt. Sie beginnt nach der Ablauf der in § 8 Abs. 3 SüwVO Abw NRW 2013 gesetzten Frist (31.12.2015 oder 31.12.2020).

Erstellung neuer bzw. wesentliche Änderung bestehender Abwasseranlagen

Werden  neue Abwasseranlagen (z.B. Neubau eines Hauses) erstellt oder  bestehende Abwasserleitungen wesentlich geändert, sind die Abwasseranlagen gem. § 8 Abs. 2 SüwVO Abw NRW 2013 unverzüglich von einem Sachkundigen nach DIN EN 1610 zu überprüfen.

Als wesentliche Änderung bestehender Abwasserleitungen gilt u.a. eine Gebäudesanierung einschl. der Entwässerungsanlage, sofern hierbei die abwasserrelevante Anlage um mehr als 50% erweitert wird, sowie der Umbau oder die Erweiterung der bestehenden Entwässerungsanlage durch Schaffung zusätzlicher Anschlüsse.

Gegenstand der Prüfung 

Zu prüfen sind gem. § 7 Abs. 1 SüwVO Abw NRW 2013 die im Erdreich oder unzugänglich verlegten Abwasserleitungen, welche zur Fortleitung von Schmutzwasser dienen. Abwasserleitungen die zur alleinigen Ableitung von Niederschlagswasser dienen, sind von der Prüfungspflicht ausgeschlossen.

Die Prüfung darf gem. § 12 SüwVO Abw NRW 2013 nur ein anerkannter Sachkundiger durchführen. Sie wird nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik vorgenommen.

Über das Ergebnis der Prüfung muss unter Verwendung der Musterbescheinigung eine Prüfbescheinigung erstellt werden (§ 9 Abs. 2 mit der Anlage 2 SüwVO Abw NRW 2013 ).

Sanierung von privaten Abwasserleitungen

Ergibt sich nach der Funktionsprüfung durch den Sachkundigen ein Sanierungserfordernis,  muss bei großen Schäden (Schadensklasse A) kurzfristig saniert werden. Bei mittleren Schäden (Schadensklasse B) soll eine Sanierung innerhalb von zehn Jahren durchgeführt werden. Geringfügige Schäden (Bagatellschäden) müssen nicht saniert werden. Zur Beurteilung der Schäden wird der aktuelle NRW-Bildreferenzkatlog herangezogen (unter Downloads abrufbar)

Informationen/Broschüren

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat zwei Broschüren herausgegeben, die Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern Informationen zur Zustands- und Funktionsprüfung sowie zur Sanierung privater Abwasserleitungen geben.

Die Broschüren ergänzen die Informationen in dem von der Verbraucherzentrale NRW herausgegebenen Flyer „Alles klar mit der Abwasserleitung", 

Die Broschüren können über die nachfolgenden Links abgerufen werden.

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