1. Treffen der Arbeitsgruppe "Dorfgemäße Gemeinschafts­einrichtungen, soziale Infrastruktur, Nahversorgung, Mobilität, Kinder / Jugendliche"

16. März 2017

Für die vertiefende Bearbeitung der im Rahmen der Arbeitsgruppe "Dorfgemäße Gemeinschaftseinrichtungen, soziale Infrastruktur, Nahversorgung, Mobilität, Kinder / Jugendliche" gesammelten Projektideen trafen sich am 14.03.2017 etwa 35 interessierte Bürgerinnen und Bürger in alten Schulgebäude von Ginderich.

Zunächst erfolgte eine kurze Einführung von Herrn Schomaker vom begleitenden Planungsbüro OEKOPLAN über die für ein Dorfinnenentwicklungskonzept erforderliche Bearbeitungstiefe. Um den Gesamtumfang nicht zu sprengen, sollten sich im abschließenden Bericht die Erläuterungen zu jedem Projekt auf eine Seite beschränken.

Anschließend wurden die bisher eingebrachten Projektideen rege diskutiert und zahlreiche konstruktive Vorschläge eingebracht.

Folgende Projekte wurden behandelt:

Gemeinsamer Sportplatz zwischen Ginderich und Büderich (Kooperation mit Büderich)

Von Herrn Lörcks als Vorsitzendem des SV Ginderich wurde grundsätzlich die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Büderich signalisiert und er wies auf bereits laufende Gespräche hin. Die Lage und Ausstattung des Platzes müssen im Rahmen einer vertiefenden Arbeitsgruppe noch diskutiert werden. Allen Teilnehmern ist zudem bewusst, dass ein langer Planungsprozess vor ihnen liegt.

Herr Heinrich von der Stadt Wesel wies auf die laufende Sportentwicklungsplanung der Stadt Wesel hin. Darin könnten die Ideen aus Ginderich aufgegriffen werden.

Sollte ein gemeinsamer Sportplatz realisiert werden, ist zudem eine Querungshilfe (Ampel, Brücke etc.) über die stark befahrene Landstraße zu berücksichtigen. Hier ist der Landesbetrieb Straßenbau zu beteiligen.

Erhalt der Anlagen am bestehenden Sportplatz

Die im Bereich des heutigen Sportplatzes angesiedelten Anlagen, wie Grillhütte, Bouleplatz, Bolzplatz, Skateranlage, sollen unbedingt erhalten und saniert werden. Der genaue Bedarf wird durch den Sportverein formuliert.

Zusätzlich wurde auf den Erhalt der Nutzungsmöglichkeit der Turnhalle hingewiesen, was eine Grundvoraussetzung für den Bestand des bestehenden sportlichen Angebotes in Ginderich darstellt.

Dorfbüro / Dorfgemeinschaftshaus im alten Schulgebäude

Die Planungen für ein zentrales Dorfbüro als Treffpunkt sowie Beratungs- und Vermittlungsstelle im Ort sind schon relativ weit fortgeschritten. Vorgesehen ist die Umnutzung des alten Schulgebäudes aus den 1960er Jahren. Das Dorfbüro soll ein zentraler Anlaufpunkt im Dorf werden und den folgenden Teilprojekten eine Plattform bieten:

  • Bereitstellung von Räumen für Vereine
  • Jung und Alt, z.B. „Helferbörse“
  • Sport und Gesundheit, z.B. durch das Angebot zusätzlicher Kurse
  • Kunst und Kultur, z.B. Musikunterricht
  • Soziales und Mobilität, z.B. Dorfbus
  • Beratungsstelle, auch für Jugendliche
  • Unterstützungs- und Betreuungsangebote für Senioren, Behinderte, Demenzkranke
  • Unterstützung für Angehörige von Kranken / Alleinerziehenden
  • Familien- / Kinderangebote, Jugend-Freizeitgestaltung

Für das Konzept kann das Schulgebäude weitgehend in der bestehenden Struktur genutzt werden. In einem ersten Schritt ist die Sanierung der Sanitäranlagen erforderlich.

Zusätzlich wurde auf den Bedarf eines größeren Saales im Dorf hingewiesen, um auch Veranstaltungen in einem größeren Rahmen durchführen zu können. Das aktuell für einige Veranstaltungen genutzte Pfarrheim steht nicht uneingeschränkt zur Verfügung und ist nicht immer bedarfsgerecht. Als Alternative könnte später z.B. die Turnhalle als größerer Veranstaltungsort genutzt werden. Oder es wird ein neuer Veranstaltungsraum für mehr als 120 Personen geplant.

Dorfbus, Apotheken- und Ärzteshuttle

Die von den Dorfbewohnern häufig aufgesuchten Ärzte sowie die Apotheke sind meist in Büderich ansässig. Die Erreichbarkeit könnte durch einen lokalen Dorfbus bzw. ein Sammeltaxi gewährleistet werden. Dieser könnte auch bei der Zusammenlegung der beiden Sportplätze durch Transport der jugendlichen Fußballer zum Einsatz kommen. Die Koordination der Einsätze könnte im Dorfbüro angesiedelt werden. Eine Kooperation mit Büderich ist sinnvoll, so dass zur Konkretisierung eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet werden wird.

Baulücken schließen, „Jung kauft Alt“, Altengerechtes Wohnen

Um sowohl die älteren Bürger im Dorf halten zu können als auch jüngeren Bürgern die Möglichkeit einer Ansiedlung in Ginderich zu bieten, sind neue Konzepte zur Verteilung und Nutzung der bestehenden Wohn- und Bauflächen erforderlich. Eine entsprechende Ideen- und Vermittlungsbörse könnte ebenfalls im Dorfbüro angesiedelt werden.

Herr Schürmann von der Stadt Wesel wies auf die Bestrebungen der Stadt und ein entsprechendes Projekt hin, um die Schließung der Baulücken voranzubringen.

Neues Spielplatzkonzept

Die Spielplätze in Ginderich weisen teilweise Mängel auf. In diesem Zusammenhang ist auch die Neugestaltung und Pflege des kleinen Spielplatzes an der Marienstraße zu sehen.

Die beschädigten Geräte sollen laut Aussage von Herrn Heinrich von der Stadt zeitnah ersetzt werden. Dennoch bestehen Überlegungen, darüber hinaus zusätzliche Angebote einzurichten.

Herr Heinrich von der Stadt Wesel wies auf das Spielplatzkonzept „Bewegungsraum Stadt“ hin, das aktuell von der Stadt erarbeitet und voraussichtlich Mitte 2018 fertiggestellt sein wird. Dort können die Ideen aus Ginderich aufgegriffen werden.

Infotafeln und Beschilderung Gewerbe / Dorfbüro / Dorfgemeinschaftshaus / Wallfahrtskirche

An den Ortseingängen sollen Übersichtstafeln und innerhalb des Dorfes Wegweiser installiert werden, die sowohl Hinweise auf die Gewerbebetriebe als auch auf das Dorfbüro bzw. Dorfgemeinschaftshaus und zur Wallfahrtskirche bieten. Sinnvoll ist die Anlehnung an das bestehende Leitsystem der Stadt Wesel. Als Ansprechpartner ist Wesel Marketing vorgesehen.

Tempo 70: Birtener Straße / Xantener Straße

Die Geschwindigkeit soll auf der gesamten Landstraße auf Tempo 70 reduziert werden. Da im Rahmen eines Dorfinnentwicklungskonzeptes lediglich Dorfstraßen berücksichtigt werden können, erscheint eine Umsetzung dieses Projektes jedoch schwierig. So wurde ein entsprechender Antrag der CDU Fraktion vom 30.09.2016 in der Sitzung des Ausschusses für Bürgerdienste, Sicherheit und Verkehr der Stadt Wesel am 22.02.2017 abgelehnt.

Kooperation zwischen Ginderich und Büderich

Bei zahlreichen Projekten ist eine Zusammenarbeit mit dem Dorf Büderich sinnvoll. Dieses Anliegen wurde auch von anwesenden Büdericher Bürgern bekräftigt. Eine weitere Zusammenarbeit ist vorgesehen.

Nicht weiter verfolgt wird das Projekt Schwarzer Weg: Bebauungsplan wird nicht umgesetzt: Gestaltung Innendorflage. Die Umsetzung ist absehbar.

Die nächste Arbeitsgruppensitzung soll nach den Osterferien stattfinden. Bis dahin sollen die vorliegenden Ideen und Anregungen vertiefend bearbeitet und der Runde vorgestellt werden.