1. Treffen der Arbeitsgruppe "Erhalt und Nutzung der historischen Bausubstanz"

07. April 2017

Insbesondere in Büderich mit seinem denkmalgeschützten Kernbereich, aber auch im benachbarten Ginderich stellt der Erhalt der historischen Bausubstanz einen wesentlichen Aspekt bei der Erarbeitung des Dorfinnenentwicklungskonzeptes dar.

Aus diesem Grunde waren auch die Bürgerinnen und Bürger aus Ginderich, wo ebenfalls ein Dorfinnenentwicklungskonzept erarbeitet wird, zu der Veranstaltung eingeladen. Insgesamt fanden etwa 25 Interessierte den Weg in die Gaststätte van Gelder.

Zur Einführung in das Thema referierte Herr Dr.-Ing. Arch. Stephan Strauß vom Planungsbüro Historische Bauwerke zum Thema "Qualität im historischen Ortsbild - Anregungen für Büderich und Ginderich". Er wies auf die Besonderheiten sowie auf die unterschiedliche Entstehung der beiden Dörfer hin. Während „Neu“-Büderich im 19. Jahrhundert auf der Grundlage eines Planes mit rechtwinkligen Straßen errichtet wurde, entwickelte sich Ginderich aus einem ehemaligen Straßendorf.

Davon zeugt in Büderich noch heute die Blockbebauung. Viele der ursprünglich im klassizistischen Stil errichteten Gebäude wurden jedoch im 20. und 21. Jahrhundert den neuen Bedürfnissen angepasst und sind heute vielfach nicht mehr als historische Gebäude zu erkennen. Als Folge erscheinen viele Bereiche relativ uneinheitlich und wenig harmonisch, was von Herrn Strauß anhand verschiedener Beispiele anschaulich demonstriert wurde. In diesen Bereichen bieten sich Ansätze, durch angepasste Maßnahmen die ursprünglichen Qualitäten wieder herzustellen.

Für Büderich wurden dafür die folgenden Thesen aufgestellt:

  • Bestehende städtebauliche Strukturen im klassizistischen Stadtkern fortführen
  • Städtebauliche Eigenheiten bewahren (Traufständigkeit, Geschossigkeiten)
  • Architektonische Qualitäten bewahren, architektonische Qualitäten schaffen (bestandsgerechte Fassadengliederungen und Fassadenmaterialien)
  • Stadtbildpflege als Gemeinschaftsaufgabe

In Ginderich weisen hingegen die verbliebenen Höfe und Kotten sowie die im Ortskern verbliebenen Wiesen und Weiden auf den landwirtschaftlichen Ursprung des Dorfes hin. Diese Elemente sollten unbedingt erhalten bleiben bzw. verstärkt hervorgehoben werden, so dass sich für Ginderich die folgenden Thesen ergeben:

  • Stärkung der historischen Höfe im Ortsbild
  • Dörflichen Maßstab bewahren

Nachfolgend gab Herr Schomaker vom Büro Oekoplan eine kurze Erläuterung der Möglichkeiten zur Förderung der entsprechenden Maßnahmen durch das Dorfinnenentwicklungskonzept. Davon können auch Privatpersonen profitieren. Zu diesem Thema wurde von der zuständigen Bezirksregierung auch ein Informations-Flyer „Dorfentwicklung - Förderung von Maßnahmen zum Erhalt ländlicher Bausubstanz“ herausgegeben.

Gefördert werden z.B. folgende Arbeiten am Äußeren von ortsbildprägenden Gebäuden:

  • Dach und Dachstuhl erneuern, neu eindecken
  • Fassade säubern, reparieren, neu verfugen oder verputzen
  • Fenster, Türen, Tore und Blendläden erneuern
  • Fensterbänke, Gesimse, Sockel erneuern
  • historische Gestaltungsdetails erhalten oder wiederherstellen

außerdem möglich:

  • Einfriedungen (Mauern, Zäune) erneuern
  • Innendämmung von Dach oder Fassade
  • Kapellen, Wegekreuze o.ä. im Ort

Auf der Grundlage eines Dorfinnenentwicklungskonzeptes werden bei Privatpersonen die entsprechenden Maßnahmen bis zu 35% der Nettoausgaben gefördert. Die Höchstförderung beträgt 30.000 € und die Mindestförderung 5.000 € (Bagatellgrenze).

Sollten sich Personen für eine entsprechende Förderung interessieren, besteht im Rahmen des 2. Treffens der 3. Arbeitsgruppe die Möglichkeit, eine individuelle Beratung durch Fachleute zu erhalten. Der Termin wird voraussichtlich Ende Mai / Anfang Juni stattfinden und rechtzeitig bekanntgegeben. Um wirklich alle Fragen beantworten zu können, wäre es jedoch sinnvoll, soweit möglich die entsprechenden Vorstellungen vorab den Vertretern des Planungsbüros Oekoplan zukommen zu lassen. Die Unterlagen werden vertraulich behandelt und dienen lediglich der Vorbereitung auf die spezielle Situation.

Zusätzlich stehen Ihnen die Mitarbeiter der Stadt Wesel für Fragen zur Verfügung:

Denkmalschutz: Frau Kelemen

Telefon: 0281/203-2332

E-Mail: denkmalschutz@wesel.de

Bauordnung Frau Kramer

Telefon: 0281/203-2437

E-Mail: bauordnung@wesel.de

Hinweise zu den Fördermöglichkeiten bei der Umnutzung landwirtschaftlicher Gebäude können unter den unten stehenden links heruntergeladen werden:

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