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Hagerstown

Das Wappen der Stadt Hagerstown

Hagerstown liegt im US-Bundesstaat Maryland, im Übergang der New-England Region zu den Südstaaten. Das Gebiet, das die heutigen Bundesstaaten Maryland und Delaware umfasst, wurde 1632 vom englischen König Karl I., an George Calvert, dem 1. Baron von Baltimore, übereignet. Er gab dem Territorium den Namen Maryland, zu Ehren von Henrietta Maria, der Gemahlin Karls I.

Die Schönheit des an Wald und Wiesen reichen Cumberlandtales, etwa sechs Meilen vom Potomac-River entfernt, veranlaßte den von Pioniergeist beseelten Deutschen Jonathan Hager, sich im Westen Maryland anzusiedeln. Nach und nach ließen sich in der Umgebung von Hagers Haus weitere Siedler nieder und im Jahre 1762 entstand Elisabeth-Town - so benannt nach Hagers Ehefrau. Heute ist das Hager-Haus, das 1739-40 als Wohnhaus des Jonathan Hager nach deutschem Baustil erbaut wurde, das kulturelle Zentrum von Hagerstown.

Umgeben von einem herrlichen Park, entwickelte es sich zu einem der Anziehungspunkte der Stadt, in den u. a. die jährlichen Hager-Tage abgehalten werden mit Vorführungen der Bräuche und Handwerkskünste aus den Tagen der Kolonialzeit.

1814 zählte das Dorf 2.500 Einwohner und das Maryland Parlament entschied, daß der Name Elisabeth-Town in Hagerstown umgeändert werden sollte. Nach Hager kamen zunehmend auch Handwerker in die Siedlung. Einem deutschen Schmied "Heiskel" verdanken die Stadt ein Charakteristikum, das Little Heiskel, ein schmiedeeiserner bewehrter Soldat.

Hager House in HagerstownHager House

In der Zeit vor dem Unabhängigkeitskrieg wurde Maryland zum Zentrum des Widerstands gegen die britische Kolonialpolitik. 1774 zündeten Patrioten aus Maryland ein englisches Schiff an, das Tee geladen hatte, nachdem die Engländer die königliche Teesteuer eingeführt hatten. Dieses Ereignis ging als "Boston Tea Party" in die Geschichte ein. Im selben Jahr wurde eine Volksversammlung zur Organisation der revolutionären Bewegung einberufen. Nach dem Krieg wurde Jonathan Hager zum Hauptmann von Hagerstown ernannt.

Maryland gehörte zu den sklavenhaltenden Staaten. In den Kontroversen, die dem Sezessionskrieg vorausgingen, war die Bevölkerung im Bundesstaat mehrheitlich für einen Austritt aus der Union. Die Mehrheit der Bürger Hagerstowns stimmte jedoch für den Verbleib in der Union.

Letztlich blieb der Staat zwar Mitglied, aber viele Bewohner traten der Südstaatenarmee bei. Vor den Toren Hagerstowns fand die entscheidende Schlacht von Antietam, an den "Blauen Bergen" statt, nach der Präsident Lincoln die Abschaffung der Sklaverei verkündete.

Zwischen 1880 und 1920 erfuhr Hagerstown dank seiner Lage am Kreuzungspunkt wichtiger Verkehrs- und Eisenbahnlinien einen wirtschaftlichen Aufschwung, als Umschlagplatz für Güter aller Art. So wuchs die Stadt von 6627 Einwohnern im Jahr 1880 auf 28 064 Einwohnern im Jahr 1920. Hagerstown entwickelte sich in dieser Zeit zum Zentrum im Grenzbereich - zwischen Maryland, Pennsylvania und West-Virginia.

1914 war die Stadt die zweitgrößte Industriestadt Marylands, nachdem sich dort Maschinenfabriken, Lokomotivreparaturbetriebe, Mühlen-, Möbel-, Strickwaren- und Orgelbaubetriebe niedergelassen hatten. Und noch heute steht Hagerstown mit 35 445 Einwohnern an fünfter Stelle.

Das älteste Haus in Hagerstown  (© Meik Drewitz)

Von dieser Zeit des großen Aufschwungs zeugen noch heute die Gebäude der Innenstadt, die in den Gründerjahren von 1880 bis 1920 fast vollständig erneuert worden waren. Damals entstanden große Hotels und Geschäftshäuser, die heute vielfach anderen Zwecken dienen, aber auch viele Privathäuser, die den Stil der Gründerjahre bewahrt haben. Ihre Vielfalt, die durch Einflüsse aus Deutschland, Italien, aber auch den Vereinigten Staaten geprägt ist, macht den Reiz dieses Viertels aus. Sie spiegeln die Wertvorstellung und Traditionen ihrer Erbauungszeit wider und sind so eine wertvolle Erinnerung an eine vergangene Periode in der Geschichte der Stadt.

Doch Hagerstown, Kreisstadt des County Washington, ist auch die Heimat des historischen Maryland-Theaters und seit 1982 des Maryland-Symphonieorchesters, das die klassische Sparte betreut.

Daneben prägen große Feste das kulturelle Leben von Hagerstown wie das Hagerfest und die Mummer-Parade. Zu diesen Anlässen wird die Innenstadt für den Verkehr gesperrt, und es entwickelt sich in den Straßen ein lebhaftes Treiben, das seine Teilnehmer mit mannigfaltigen Darbietungen zu unterhalten sucht.

So bewährt sich Hagerstown auch heute als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum seines Umlandes.

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