Lutherhaus

Lutherhaus

Im Zwist zwischen Reformierten und Lutheranern unterlagen letztere (1578) und durften im Interesse der Einheitlichkeit der Weseler Reformationsentwicklung keine eigene Gemeinde bilden. Erst 1603 kam es zur Gründung der lutherischen Gemeinde. Der Gottesdienst fand lange Zeit in zwei Wohnhäusern an der Ecke Korbmacher-/Beginenstraße statt. Der starke Zuwachs an Lutheranern durch nach Wesel versetzte preußische Verwaltungsbeamte und Militärs machten den Bau einer neuen Kirche notwendig..

Ihre bauliche Grundkonzeption ist die alte Idealidee eines Zentralbaus über quadratischem Grundriss, da diese am ehesten den Bedürfnissen einer protestantischen Predigtkirche entspricht. Dieser, sich im 17. Jahrhundert entwickelnde Bautyp wurde mit sparsamen Ausdrucksmitteln "preußisch vereinfacht". Im Grunde ist es die Architektur militärischer Zweckbauten und erinnert in Wesel an Kasernen und Magazine, an die sich ein Potsdamer Architekt unbenannten Namens anlehnte. Es weist nur das Glockentürmchen auf dem Zeltdach auf eine Kirche hin. Erbaut wurde die neue Kirche 1727–1729 vom Zimmermeister Jobst Heimburger.

1945 blieben nur die Umfassungsmauern und der Gewölbekeller - inzwischen ausgebaut und zugänglich - stehen. Beim Wiederaufbau wurden die früheren Doppelemporen nicht wieder errichtet, sondern der Saal durch eine Zwischendecke geteilt. Das Gebäude dient heute als Gemeindehaus; der Saal im Obergeschoss wird auch für Kammerkonzerte genutzt.

1982 wurde das Lutherhaus in der Liste der eingetragenen Denkmäler aufgenommen.