Mahnmal zur Erinnerung an die ermordeten Weseler Bürger jüdischen Glaubens

Mahnmal

Am 9. November 1988, fünfzig Jahre nach der Pogromnacht im Jahre 1938, wurde südwestlich des Willibrordi-Domes ein Mahnmal zur Erinnerung an die während der Nazizeit ermordeten Weseler Bürger jüdischen Glaubens von Bürgermeister Volker Haubitz und dem Vertreter der jüdischen Kultusgemeinde Mülheim Jaques Marx, im Beisein des Rabbiners Mischa König aus Paris und zahlreicher Weseler Bürger enthüllt.

Das Mahnmal soll an die mindestens 87 ermordeten jüdischen Bürger und an die Zerstörung der Synagoge, die sich in unmittelbarer Nähe befand, erinnern.

Die Anregung, ein solches Mahnmal zu schaffen, ging von den evangelischen und katholischen Gemeinden Wesels aus und wurde von den Pfarrern der Gemeinden (ökumenisches Konveniat) der Stadtverwaltung Wesel vorgeschlagen, die sich diesem Vorhaben anschloss. Das Mahnmal wurde von dem Xantener Künstler Hans-Joachim Gramsch nach dem Vorbild des Davidsterns entworfen. Die Inschrift in deutscher und hebräischer Sprache lautet: "Meine Harfe ist eine Klage geworden, meine Flöte ein Weinen."

Am gleichen Tage wurde am jüdischen Friedhof Am Ostglacis eine Gedenktafel enthüllt, auf der unter der Überschrift " Die jüdischen Bürger Wesels / verfolgt - vertrieben - ermordet / 1933 - 1945" die Namen der ermordeten jüdischen Mitbürger verzeichnet sind.
Die Tafel wurde in Bronze bei der Kunstgießerei Buderus in Wetzlar gegossen.

aus: Mitteilungen der Historischen Vereinigung Wesel e.V.
(Nr. 80, Dezember 1996)