Stichtag: Am 28. Februar 1975 wurde die Konrad-Duden-Realschule feierlich ihrer Bestimmung übergeben.

Die Realschule Wesel-Mitte hatte nicht einmal zehn Jahre nach dem Bezug der großzügigen Räumlichkeiten am Herzogenring erhebliche Platzprobleme. Ihre Schülerzahl hatte sich in den ersten zehn Jahren ihres Bestehens versiebenfacht. Der Rat der Stadt beschloss daher im Juni 1969 die Errichtung einer neuen Realschule. Der Schulbetrieb begann am 1. August 1970 als Filiale der alten Realschule in der ehemaligen Volksschule Blumenkamp. Sechs Klassen wurden hierhin – damals noch außerhalb Wesels im Amt Ringenberg – ausgelagert, die dann im Pendelverkehr von Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet wurden. Diese Außenstelle wuchs bis 1971 auf acht Klassen an, so dass sich die Stadt im August 1971 entschloss, endlich die zweite Realschule in der Feldmark zu errichten. Diese Städtische Realschule Wesel-Nord wurde am 1. Februar 1972 selbständig. Ihr Grundstock waren die acht Blumenkamper Klassen, die 300 Schüler umfassten.

Am 23. Mai 1973 begannen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt des Schulzentrums Wesel-Nord. Nach der Hauptschule Wesel-Nord wurde nun eine zweite, neue Realschule für Wesel gebaut werden. Die neue Schule umfasste 18 Normalklassen, zwei kleine und einen übergroßen Klassenraum, 18 Fachunterrichtsräume, je zwei Sprach- und Fotolabore, ein Pädagogisches Zentrum, eine Sporthalle sowie einige Verwaltungsräume. Geplant war sie ursprünglich als zweizügige Schule, auf Anraten des damaligen Oberschulrates baute man sie dreizügig und beim Bezug der neuen Schule hatte man schon vier Anfangsklassen. In der Zeit von der Gründung der neuen Schule bis zum Einzug in das neue Gebäude zweieinhalb Jahre später stieg die Zahl der Realschüler in Wesel um 25 Prozent auf 1272 Lernende an. Der 1974 konstatierte überproportionale Anstieg hielt bis zum Ende der 1970er Jahre an. In diesem Jahrzehnt verdoppelte sich die Zahl der Schüler, was für die Attraktivität dieses Schultyps in Wesel und Umgebung spricht. Wegen ihrer Randlage wurde die neue Schule von zahlreichen auswärtigen Schülern besucht; selbst nach den Eingemeindungen zum 1. Januar 1975 zählte man noch 150 Schüler aus anderen Gemeinden.

Ansprache von Bürgermeister Günter Detert beim Richtfest am 23. November 1973

Das Richtfest wurde am 23. November 1973 begangen und die Rohbauabnahme war am 8. Juli 1974. Bezogen wurde die Schule bereits ab dem 1. September desselben Jahres. Der Schulbetrieb startete am 9. September mit 557 Kindern. Das Gebäude war selbstverständlich noch eine Baustelle, die im Laufe des ersten Schulhalbjahres langsam verschwand. Feierlich übergeben wurde die Schule am 28. Februar 1975 in einer Feierstunde, die in der „Pädagogisches Zentrum“ genannten Aula stattfand. Die geladenen Gäste freuten sich, dass der 16. Weseler Schulneubau nach dem Zweiten Weltkrieg nach fünfeinhalbjähriger Planungs- und Bauzeit fertiggestellt und offiziell der Nutzung übergeben werden konnte. Die Schule wurde natürlich modern – nach dem neuesten Stand – ausgestattet und verfügte über entsprechende Lehrmittel. Die Gesamtkosten für die Realschule betrugen knapp elfeinhalb Millionen DM, die – zum Ärger des Kämmerers – zur Hälfte aus städtischen Mitteln bestritten werden mussten.

Am 10. Mai 1984 wurden das Schulzentrum Nord und die darin beheimateten Schulen umbenannt. Aus der Realschule Wesel-Nord wurde die Konrad-Duden-Realschule.

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