Inhalt

Ehrenmal im Friedenswäldchen

Granitblock mit Bronzetafel
Quelle: Flaggschiff Film

Es erinnert an die Befreiung Wesels von den Franzosen im Jahre 1814 und an das Landsturmbataillon Drevenack. Am 09. April 1814 versammelte sich das Landsturmbataillon Drevenack, das aus den Landsturmmännern aus Drevenack, Weselerwald, Krudenburg und Obrighoven bestand, auf der Dülmener Heide in Obrighoven, um ein großes Dankfest zu feiern. Hierzu hatten sich auch zahlreiche preußische und russische Offiziere eingefunden. Vor einem auf freiem Feld errichteten Altar hielt Pfarrer Nonne aus Drevenack eine Rede. Ein riesiger Holzstoß wurde entzündet, dabei wurde das von Pfarrer Nonne gedichtete Lied "Flamme empor" erstmals gesungen. Zur Zeit des Dritten Reiches wurde es häufig bei der Sonnenwendfeier gesungen.
Im folgenden Herbst wurde zur Erinnerung an diese Feierstunde an der Schermbecker Landstraße, der heutigen B 58, das Friedenswäldchen auf einer Fläche von rund 20,44 Ar angepflanzt. In der Mitte befand sich eine Eiche, die von drei Kreisen Buchen, Tannen und Birken umgeben war.
Am 31. August 1913 wurde die abgestorbene Eiche durch den heute vorhandenen Gedenkstein ersetzt. Der schwere, aus dem badischen Schwarzwald stammende Granitblock wurde an diesem Tage in einer großen Feier geweiht. Im Fundament befindet sich eine von den Mitgliedern des Festausschusses unterschriebene Urkunde, eine Abhandlung über die Geschichte des Friedenswäldchens von Lehrer Schmitz sowie Münzen, Zeitungen und der Federhalter, mit dem die Urkunde unterschrieben wurde. Die von Professor Bauer vom Königlichen Gymnasium Wesel verfasste Inschrift auf der am Stein befindlichen Bronzetafel hat folgenden Wortlaut:

"Als sich vor Hundert Jahre die frohe Kunde verbreitet, daß ins stolze Paris zog der Verbündeten Heer, Flammte an dieser Stelle, von jubelnder Freude entzündet, Feurige Lohe empor, mitten in grünender Heide, Hier auch brauste zuerst, begeisterten Herzen entsprungen, Mächtig der jauchzende Sang: "Flamme empor" in das Land. Bäume gepflanzt zur Erinnerung erzählten rauschend viele Jahre von der Weihe zur Stund; aber das Alter sie brach. Löse nun ab sie, du Stein, geschaffen den Zeiten zu trotzen. Wanderer, kommst du vorbei, denk den erhabenen Zeit."

aus: Mitteilungen der Historischen Vereinigung Wesel e.V.
(Nr. 76, Dezember 1995)