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Gedenkstein zur Erinnerung an die Gindericher Leprosenkapelle

Die erste Gindericher Leprosenkapelle wurde erstmals 1487 urkundlich erwähnt. Sie stand an der Kreuzung Papenweg - Molkereistraße. Im Laufe der Zeit verfiel diese Kapelle. Im Jahre 1910 ließ der damalige Pfarrer Schrader eine neue Kapelle im alten Stil errichten. Zwischen den beiden Weltkriegen diente sie als Kriegergedächtnisstätte. Durch Kriegsereignisse im 2. Weltkrieg wurde die Gedenkstätte schwer beschädigt.

Im Zuge des Ausbaues der Marienstraße musste das Gebäude im Jahre 1967 abgerissen werden. Im Jahre 1977 ergriffen die Gindericher St.-Antonius-Schützenbruderschaften die Initiative einen Gedenkstein zur Erinnerung an die Leprosenkapelle zu schaffen. Man beauftragte den Steinmetzmeister Klaus Giesen aus Bislich, einen entsprechenden Gedenkstein zu schaffen.
Der Gedenkstein hat eine Höhe von 2,30 m. Er besteht aus drei Teilen. Als Material wurde Michelauer Rotlava verwandt. Der Stein ist allseits gebeilt, die beschrifteten Felder wurden frei scharriert. Auf diesen Feldern sind die Namen der Gindericher Schutzheiligen gegen die Pest sowie die Jahreszahlen ihrer ersten urkundlichen Erwähnung vertieft eingeschlagen.

Hauptstück des Gedenksteins ist das achteckige Mittelteil, das an die achteckige mittelalterliche Leprosenkapelle erinnert. Auf der Vorderseite des unteren Teils steht folgende Inschrift "Zur Erinnerung an die Leprosenkapelle". Die beiden Seitenflächen zeigen die Umrisse der mittelalterlichen und der 1910 errichteten Leprosenkapelle. Geweiht wurde der Stein im Jahre 1980.

aus: Mitteilungen der Historischen Vereinigung Wesel e.V.
(Nr. 86, Juni 1998)