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Zitadellenviertel weiter aufgewertet - Dresdner- und Leipziger Straße im neuen Glanz

Vertreter*innen der Stadt Wesel und der Bauverein Wesel AG stellen die neugestaltete Dresdner Straße vor Ort vor.
von links: Michael Blaess (Teamleiter Verkehrsplanung und Straßenbau - Stadt Wesel), Heinz-Georg Oberender (ASG Wesel), Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, Margarete Strempel (zuständige Bauingenieurin - Verkehrsplanung und Straßenbau - Stadt Wesel), Annabelle Brandes (Vorstand der Bauverein Wesel AG), Norbert Haeser (Vorstand der Bauverein Wesel AG)

Mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Stadtumbau West“ sind bereits viele Maßnahmen in Wesel umgesetzt worden. Eine der prominentesten Baumaßnahmen der Städtebauförderung ist die Umgestaltung der Weseler Fußgängerzone.

Auch die Dresdner und die Leipziger Straße wurden in den vergangenen Monaten mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Stadtumbau West“ deutlich attraktiver.

Die Weimarer und Stettiner Straße sind bereits in den vergangenen (vor zehn bzw. acht) Jahren saniert worden. Dadurch wurde das Wohnumfeld im Zitadellenviertel deutlich attraktiver.

Die Idee, das Zitadellenviertel zukunftsfähig umzugestalten, ist ein Baustein des „Masterplans Innenstadt“. Er wurde von unabhängigen Fachleuten (Architekten, Stadtplaner) sowie der Stadtverwaltung erarbeitet und von der Weseler Politik beschlossen. Dabei wurde besonders Wert auf die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger gelegt, wie zum Beispiel bei der Planung des neuen Spielplatzes am „Grünen Anger“.

Dresdner und Leipziger Straße

Die Dresdner und Leipziger Straße wurden in den 1950er Jahren errichtet. Auch die Gehwege waren „in die Jahre gekommen“. Zudem waren diese Straßen recht schmal (üblich für Straßen der 1950er Jahre). Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, konnten diese kaum nutzen. Die Verkehrsflächen entsprachen ebenfalls nicht den heutigen Standards. Die im Jahr 1953 errichteten Kanäle wiesen erhebliche Schäden auf.

Baumaßnahmen

Neue Kanäle und Straßen, ein neuer Kinderspielplatz am „Grünen Anger“ sowie eine Boulebahn werden das Quartier rund um die Dresdner und Leipziger Straße weiter aufwerten.

Mit den Maßnahmen ist ein attraktiver Aufenthaltsort in der Innenstadt entstanden. Dadurch konnte die Wohnqualität des gesamten Wohnumfelds gesteigert werden.

Die Bauverein Wesel AG hat darüber hinaus in diesem Bereich ihre Wohngebäude aus- und umgebaut. Unter anderem wurden die Zuwege zu den Wohnhäusern so barrierefrei wie möglich gestaltet.

Zudem dürfen nur noch Radfahrer*innen, Fußgänger*innen sowie Versorgungsfahrzeuge den Stichweg der Leipziger Straße südlich des „Grünen Anger“ nutzen. Im südlichen Teil der Dresdner Straße wurde ein neuer Wendehammer angelegt. Der „Grüne Anger“ selbst bleibt eine zusammenhängende Fläche. Damit bleibt eine große, innerstädtische Grünfläche bestehen.

Im Rahmen der Bauarbeiten wurden auch die Straßenbeleuchtungen erweitert und modernisiert: Diese sind jetzt mit neuester, energiesparender LED-Technik ausgestattet.

Denkmalschutz und Bombenfunde

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit verlief hier die historische Stadtmauer mit dem Lewtor (1337 erstmalig erwähnt, 1403 als Doppeltor bezeichnet, um 1700 abgetragen).

Eine Fachfirma begleitete die Baumaßnahmen, um mögliche archäologische Funde zu sichern und zu dokumentieren. Gefunden wurden unter anderem alte Mauerreste der Weseler Zitadelle (fünf Mauerabschnitte).

Neben den archäologischen Funden wurden bei Sondierungsarbeiten im Juli 2020 zwei Bombenverdachtspunkte näher untersucht.

Die erste Verdachtsstelle, die freigelegt wurde, konnte pro-blemlos sondiert werden. Dort fanden die Fachleute keinen aktiven Blindgänger. Der andere Punkt machte aufgrund der dortigen Bodenbeschaffenheit Schwierigkeiten (unmittelbar vor einem Wohngebäude) und sorgte für einen „Sondierungs-Marathon“. Mit Spezialgeräten und Präzisionsarbeit tasteten sich die Spezialisten ins Erdreich. Dabei mussten mehrere Leitungen, unter anderem Strom, Gas und Wasser, getrennt werden. Immer wieder machte ihnen der sandige Boden zu schaffen. Durch den Sand mussten die Wände des provisorisch errichteten Schachtes aufwendig stabilisiert werden. Dazu wurde unter anderem Schutt an der Außenwand des Schachtes verfüllt. Die Konstruktion erhielt so mehr Halt, jedoch kam es dadurch zu erheblichen Verzögerungen.

In einer Tiefe von fünf Metern musste der Verdachtspunkt per Hand weiter freigelegt werden. Zuvor konnten die Arbeiten mit der Hilfe eines Spezialbaggers durchgeführt werden. In einer Tiefe von ca. sechs Metern fand der Experte der Kampfmittelbeseitigung mehrere Splitter einer bereits detonierten Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. So konnte nach einem über 10-stündigen Sondierungs-Marathon Entwarnung gegeben werden.

Über 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, DRK und Stadtverwaltung standen bereit, um eine mögliche Evakuierung umgehend durchzuführen.

Zeitraum (Baumaßnahmen)

Die Baumaßnahmen haben im Mai 2020 begonnen und sind früher als erwartet beendet worden. Ursprünglich waren 18 Monate für den Umbau der Dresdner und Leipziger Straße geplant.

Kosten

Der Straßenausbau kostet rund 400.000 Euro. Davon sind rund 172.000 Euro zuwendungsfähige Ausgaben.

Für den Bau der neuen Aufenthaltsfläche standen weitere 250.000 Euro bereit.

Insgesamt hat die Stadt Wesel für die Maßnahmen ca. 300.000 Euro Fördermittel aus dem Förderprogramm „Stadtumbau West“ (ca. 120.000 Euro für den Straßenausbau und weitere etwa 180.000 Euro für die Freizeitfläche „Grüner Anger“; das entspricht 70 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben) erhalten.

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