Inhalt

Denkmal für die in Wesel verstorbenen Genter Seminaristen

Napoleon I. verbannte die Seminaristen und Leviten des Priesterseminars in Gent auf die Festung Wesel, weil sie nicht bereit waren, einen Bischof, der von Napoleon I. ohne Zustimmung des Papstes ernannt worden war, anzuerkennen. Die 148 Seminaristen und Theologiestudenten kamen im August/September 1813 in Wesel an und wurden sofort auf die Zitadelle gebracht. 43 der Verbannten sind an den Folgen der in Wesel herrschenden Seuchen gestorben, davon wurden 35 in Wesel begraben.

Einhundert Jahre später, im Jahre 1913, wurde auf dem Friedhof der St. Mariä Himmelfahrt Pfarrgemeinde an der Caspar-Baur-Straße durch die Initiative des Genter Bischofs Monsignore Stillemans und mit dem Rat der St. Mariä Himmelfahrtsgemeinde ein Denkmal für die verstorbenen Seminaristen und Studenten errichtet.

Ein neugotisches Kreuz auf einem Sockel mit einer lateinischen Inschrift, die ins Deutsche übersetzt lautet: "Dem ruhmreichen Andenken der 35 Leviten, die im Jahre 1813 aus dem Genter Priesterseminar verschleppt, in Wesel starben. In diesem Grabe erwarten sie den Lohn für ihre unbesiegbare Treuer zur Kirche", erinnert an die Toten. Auf den Seiten befinden sich die Namen der hier Bestatteten. Die Vorderseite enthält vier Wappen. Bei dem links befindlichen Wappen handelt es sich um das Wappen des Monsignore Maurice de Broglie, 1807 - 1821 Bischof von Gent. Das rechte Wappen führte Monsignore Stillemans, 1889 - 1916 Bischof von Gent.

Weitere Wappen befinden sich links und rechts neben der Inschrift. Links ist das Wappen des Bistums Gent und rechts das Wappen der Provinz Oost-Vlaanderen angebracht.

aus: Mitteilungen der Historischen Vereinigung Wesel e.V.
(Nr. 80, Dezember 1996)