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Ida Noddack – Gefeierte Wissenschaftspionierin aus Wesel wird 125 Jahre alt

Im Labor in Straßburg
Im Labor in Straßburg

Am 25. Februar 1896 wurde Ida Noddack, die Tochter des Lackfabrikanten Adalbert Tacke, auf Haus Wohlgemut in Lackhausen, einem heutigen Stadtteil von Wesel, geboren.

Als junge Frau beschritt Ida Noddack neue Bildungswege. Der Besuch eines Gymnasiums oder gar das Studium für Mädchen und Frauen war zu dieser Zeit noch nicht selbstverständlich.

Als eine der ersten Frauen in Deutschland studierte sie Chemie und promovierte 1921 an der Technischen Hochschule Berlin. Gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann Walter Noddack begann sie 1922 an der Physikalischen Reichsanstalt Berlin die systematische Suche nach den letzten chemischen Elementen.

1925 entdeckten sie das gesuchte Element 75 und nannten es Rhenium, nach der Heimatregion von Ida Noddack, dem Rheinland (Rhenus ist lateinisch für Rhein).

Darüber hinaus leistete Ida Noddack bahnbrechende Arbeit in den Bereichen der Foto- und der Geochemie. Zudem war sie Mitbegründerin der Kosmochemie.

Schließlich erarbeitete sie Theorien zur Kernspaltung, die erst Jahre später bestätigt werden konnten. Damit war sie ein Universal-Talent und ihrer Zeit in vielerlei Hinsicht weit voraus.

1931 wurden Ida Noddack und ihr Mann mit der Liebig-Gedenkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker ausgezeichnet.

Zehn Mal wurden sie für den Nobelpreis im Fach Chemie nominiert. Auch wenn diese Auszeichnung ihnen nie zuteil wurde, zeigt dies doch, welche herausragende Bedeutung diese Weseler Wissenschaftspionierin und ihr Mann für die Forschung hatten.

1937 wurde Ida Noddack zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt.

1966 erhielt sie das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Am 24. September 1978 starb Ida Noddack in Bad Neuenahr und wurde an der Seite ihres Ehemannes in Bamberg beigesetzt. Als besondere Wertschätzung hat die Stadt Wesel im Ortsteil Lackhausen eine Straße nach ihr benannt.

Zum 110. Geburtstag der Forscherin enthüllte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, am 25. Februar 2006, an dem Elternhaus von Ida Noddack in Wesel-Lackhausen eine vom Verkehrsverein erstellte Bronzetafel.

Sechs Jahre später, 2012, wurde auf der nach ihr benannten Straße, ihr zu Ehren, eine Büste enthüllt. Die Büste wurde auf Anregung des Bürgerforums Lackhausen und mit Unterstützung der Altana AG aufgestellt.

2013 erschien der Weltbestseller um die Privatdetektivin Vic Warshawski „Kritische Masse“, von der renommierten Krimiautorin Sara Paretsky. Ein Manuskript von Ida Noddack wird in diesem Krimi zum spannenden Hinweis. Hat Ida Noddack etwas bemängelt, was seit Jahren als anerkanntes wissenschaftliches Werk galt? (mitreißendes Lesevergnügen)

2019 wurde in Wesel eine neue Gesamtschule in der Innenstadt gegründet. In Gedenken an eine berühmte Tochter unserer Stadt und als Würdigung ihrer herausragenden Leistungen beschloss der Rat der Stadt Wesel, die neue Gesamtschule in Wesel nach Ida Noddack zu benennen.

Ida Noddack widmete ihr ganzes Leben der Wissenschaft. Viele Hürden der Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern des letzten Jahrhunderts wurden von ihr genommen. Zu Lebzeiten erhielt sie viele hochkarätige Auszeichnungen. Doch auch nach ihrem Ableben hat sie eine letzte männliche Bastion in Wesel erstürmt; als erste weibliche Namensgeberin einer städtischen, weiterführenden Schule in Wesel, der Ida-Noddack-Gesamtschule.

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und mehr über diese beeindruckende Weselerin und andere bedeutende Frauen der Weseler Geschichte erfahren möchte, kann sich kostenlos in der Stadtinformation (Großer Markt 11, 46483 Wesel) und im Rathaus, Gleichstellungsstelle (vor Zimmer 116, Klever-Tor-Platz 1, 46483 Wesel), ein Exemplar abholen.

(Bitte beachten Sie die aktuellen Beschränkungen hinsichtlich der Öffnungszeiten während des Lockdown).

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